Samstag, 1. August 2015

Berlin verändert dich




Es ist August.
Wow.
Seit sage und schreibe 8 Monaten hänge ich in dieser Stadt nun also rum.

Was hat das Leben hier so zu bieten?
Eine Menge und doch eigentlich ziemlich wenig.
Ja, ich lebe in DER Traumstadt schlecht hin.
Ja, ich habe die tollsten und geilsten Freunde der Welt gefunden.
Ja, ich liebe meinen Job (mal mehr Mal weniger intensiv)
Ja, ich mag mich sogar auch manchmal ganz gerne.
Ja, selbst meine Katze scheint die Wohnung und die Menschen die hier herein kommen cool zu finden. Da wird sich nicht mehr versteckt – ne, da wird jeder angeschnauzt der ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenkt – aber aufpassen, Zuviel sorgt dafür das sie dann der jeweiligen Person am Hintern klebt (im wahrsten Sinne des Wortes).
Je nach Besuch bin ich, ihre liebevolle Katzenmutti nämlich komplett abgeschrieben… Frechheit.

Was hat Berlin was andere Städte nicht haben?
Was hat Berlin was Wiesbaden, Mainz oder gar Stuttgart nie für mich hatte?
Klar, Berlin ist cool, Berlin hat Flair, der Berliner Esprit … okay, die Luft ist teilweise eklig (ich sag nur die U-Bahn *haha* aber auch DAS ist Berlin und fuck – ich vermiss selbst den Gestank manchmal *haha*).
Aber eigentlich sollte man meinen – jede Stadt kann so sein wie Berlin.
Also nein, natürlich geht das nicht. Berlin ist Berlin und Berlin ist cool und wird immer besser sein als irgendeine andere Stadt (boar, wie überheblich oder?) – aber in jeder Stadt könnte man solche Gefühle haben wie ich sie jetzt habe.
Ich habe so viele Jahre stets einen Ort gesucht an dem ich dieses „angekommen“ Gefühl habe.
Ich hab Menschen gesucht bei denen ich mich fallen lassen hätte können. Hab es aber nie getan, weil ich stets schiss hatte verletzt zu werden.

Berlin ist für mich dieser Ort geworden.
Schon während der Landung zum ersten Bewerbungsgespräch wusste ich es.
All die Jahre meines „Ich hasse Berlin“ und meiner „Berlin ist kacke“ Aussprüche wie weg geblasen. Ich wollte hier her.
Unwirklich jetzt 8 Monate hier zu sein.
Ich habe hier so viel erlebt. So viele Menschen kennen gelernt.
Ich habe die berüchtigten Berliner Nächte erlebt (und werde sie immer und immer wieder erleben solange meine Füße noch mit machen *höhö*), ich habe meine Füße in so manchen See gehalten, saß an der Spree mit Bier und meinen Freunden und dazu viel knackige Sonne. Ich hatte meinen ersten Petticoat Kleid an (LEUTE! Sau mega cool!! Wird spätestens zu meinem Geburtstag im Oktober gekauft *chacka*), ich war auf diversen Flohmärkten, ich habe engeren Kontakt zu meinem Opa geknüpft (ich sollte endlich anfangen ihn auch bei meinen Cousinen zu knüpfen, vor allem Lola ist ja sehr daran interessiert – und warum auch nicht? Hey, endlich hat sie ne halbwegs Junge verbündete).
Ich habe Männer getroffen die mich toll fanden – ich sie aber nicht, ich habe Männer getroffen die ich toll fand – die mich aber nicht. Ich hab coole Männer getroffen mit denen man sich gehörig betrinken kann und sicher sein kann – die passen auf mich auf.
Ich bin mit meinen 27 Jahren zurzeit eine der jüngsten in meinem Freundeskreis – aber das stört keinen. Ich bin auf Augenhöhe mit all den verrückten Kerlen und den noch verrückteren Weibern.

Wir feiern unsere Küchenpartys und genießen mit Bier, vodka und Tequila das Leben. Am nächsten Tag springen wir (mal mehr Mal weniger erfolgreich) aus unseren Betten und streifen durch die Straßen Kreuzsbergs um etwas Essbares zu finden.
Ich hab ein Date nach dem anderen, nicht weil ich so scharf drauf bin einen Kerl an meiner Seite zu haben – sondern weil es einfach Spaß macht. Denn die Leute hier sind einfach offener. Wenn du nur vögeln willst kannte das haben – genauso wie du einfach mit jemanden für 25€ bis 2Uhr Cocktails trinken gehen kannst – und du noch stolz bist weil dein Gegenüber 50€ hingelegt hat. Du kannst dich mit den Dates durch die Straßen Berlins boxen, dazu jeder irgendeine moderne Cola Version in Glasflaschen (Spätis hier in Berlin haben zwar auch normale Coke aber wer will das schon?) und viel Gesprächsstoff – ala „Was treibt dich hier her? Ach ein Schwabe?“ bal bla bla. Smalltalk vom feinsten, man lernt Restaurants kennen oder Imbisse die mega lecker sind (ich hab das beste Hähnchen gefunden – kommt nach Berlin). Du kannst seltsame Kauze treffen bei denen man sich denkt „ALTER – was stimmt mit dir nicht?“ Findest dass aber so lustig das du den Tag mitnimmst – weil du sonst was verpassen könntest.
Eigentlich ist das wichtigste für Berlin einfach: Ich bin lockerer geworden. Entspannter.
Selbst meine Familie sagt das.
Okay, der Sport und alles was dazu gehört ist weiterhin extrem stark vertreten und bringen mich zu so manchen Tobsuchtsanfall (ich sollte mir ENDLICH Ärzte in Berlin suchen) aber allem in allem läuft es.
Klar, ärgert es mich dass ich so lange in dem verschissenen Wiesbaden geblieben bin. Das ich 4 Jahre eine absolute Couchpotato geworden bin weil der damalige Herr kein Geld hatte und wenn war meins und irgendwie ging das nur für scheiße drauf. Natürlich ärgert es mich dass ich so viel Zeit mit der blöden PS3 und meinen Sofa verbracht habe.
Mit schlechten Gesprächen, mit miesen Sex (okay, nicht immer aber überwiegend umso fetter ich wurde umso schlimmer wurde der Sex für mich – dafür will ich dem Herrn aber nicht die Hauptverantwortlichkeit zuschieben sondern mir. Denn wer sich nicht mag kann sich nicht entspannen), mit miesen Essen und mieser Stimmung.
Gut das Essen ist hier auch manchmal noch mies, gerade wenn wir bei ner Freundin experimentieren. Aber da ist egal – denn ich hab die richtigen Leute einfach um mich.
Klar, so mancher Monat läuft besser als der andere, aber das ist normal. Klar, manchmal klappt das mit dem Sparen mehr (vorletzter Monat) mal weniger (dieser Monat *haha*) aber alles im allem läuft es.

Ich war seit ich hier bin erst einmal wieder in Stuttgart. Ich liebe meine Familie und manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich hier bin und die so weit weg – und ich sie zwar vermisse aber die Wochenenden dennoch lieber hier verbringen will.
Aber wie sagt meine Mutter immer wieder am Telefon „Solange du glücklich bist ist alles gut. Denn das ist das wichtigste“

Ja, das bin ich – danke dafür.

Produkttest? Nein, sowas mach ich eigentlich kaum bis gar nicht mehr.
Vielleicht weil ich erwachsen geworden bin.
Vielleicht weil ich gemerkt habe, das es wichtigeres gibt als das neueste Schminktool.

Ich denke ich werde hier demnächst, je nach Zeit, aufräumen.
Werde alles sortieren und sehen wo es mich hintreibt.
Treiben lassen ist ein gutes Stichwort.
In Berlin kann man das gut.
Die Stadt bietet so viel…
Jetzt geh ich erstmal ordentlich shoppen. Ab nach Kreuzberg, ab nach Mitte ab nach Berlin – ab ins Leben.
Heute Abend?
Da gibt es erst das lustige beisammen sein mit Freunden in meiner Wohnung (ach ja, war schön eine Katze zu haben die mich geliebt hat *haha*) und dann geht’s erneut nach Kreuzberg, Party machen. Die Füße wund tanzen bis zum Morgengrauen.
Morgen aufwachen frisch machen, die gestrige Nacht aus dem Gesicht waschen und ab zum Date.
Neue Leute kennen lernen war noch nie so leicht.

Ich wünsche euch auch so eine Herzen Stadt,
eine Stadt die plötzlich alles so einfach macht,
einfach was früher so schwer war.
Leben.

Liebe Grüße



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